Gefährdungs- und Risikobeurteilung 2018-05-17T13:51:02+00:00

Gefährdungs- und Risikobeurteilung (HAZOP, FTA, QRA)

Die erste Stufe des Sicherheitslebenszyklus ist die Gefährdungs- und Risikobeurteilung (engl.: Hazard and Risk Assessment, HRA). Die Analysetiefe kann von einer „What if“-Checkliste über HAZOP, FMEA und FTA bis hin zur QRA variieren.

Alle HRAs verfolgen eine strukturierte Methodik, um die in der Anlage vorhandenen Gefahren zu identifizieren, die entsprechenden Risiken zu bewerten und mögliche Minderungsmaßnahmen festzulegen, um ein akzeptables Restrisiko zu erreichen. Die Analysetiefe kann von einfachen „What-If“-Checklisten über HAZOP bis hin zu einer detaillierten quantitativen Risikoanalyse in Abhängigkeit von der Komplexität der Anlage und der Art der zu analysierenden Risiken variieren. Für eine detailliertere theoretische Analyse können Verfahren wie FMEA (Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse) und FTA (Fehlerbaumanalyse) verwendet werden.

HAZOP ist allgemein die am besten geeignete qualitative Methode zur Analyse von Anlagen mittlerer Komplexität. Im Rahmen einer HAZOP-Studie werden die Gefährdungen von einem erfahrenen multidisziplinären Team aus Ingenieuren, Betreibern und Sicherheitsexperten strukturiert identifiziert. Der HAZOP-Workshop wird von einem unabhängigen, qualifizierten Vorsitzenden moderiert, der einem Standardrahmen von „Guide Words“ folgt, um Brainstorming durch das Team einzuleiten. Sicherheitsvorkehrungen, die bereits im Planungsentwurf vorgesehen sind, werden hinsichtlich ihrer Wirksamkeit bewertet, die Wahrscheinlichkeit oder Konsequenz der identifizierten Gefahren zu reduzieren. Wenn inhärente Risiken als zu hoch oder sogar im ALARP-Bereich identifiziert werden, wird eine Empfehlung gegeben, um festzustellen, ob das Risiko weiter reduziert oder vorzugsweise eliminiert werden kann.

Obwohl HRA während der anfänglichen Entwurfsphase eines Projekts durchgeführt wird, erfordern einige Länder, dass solche Studien während der Lebensdauer einer Anlage alle fünf Jahre aktualisiert werden müssen, z. B. EPA/RMP und OSHA/PSM in den USA, MHF in Australien und COMAH in Großbritannien. Für solche „Revalidierungen“ werden spezielle Verfahren wie „HAZOP by Difference“ verwendet.

PSC hat unabhängige Chairman- und Scribe-Services für über 40 HAZID-, HAZOP- (einschließlich HAZOP-Revalidierung) und LOPA-Studien sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene durchgeführt. PSC-Experten sind nach IChemE und dem Exida CFSE-Programm zertifiziert. Abhängig vom Projekt verwendet PSC proprietäre Software wie PHA Works, ExSILentia oder interne Excel-Vorlagen. Für eine detailliertere Risikoanalyse können Werkzeuge wie PHAST, SAFETI und FaultTree + verwendet werden, um eine quantitative Grundlage für FMEA, FTA oder QRA zu schaffen.

Ausgewähltes Referenzprojekt

HAZOP/SIL/LOPA für eine LNG-Umladestation

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